Bericht

Zum Lunchkonzert am 3.10.15 in Sankt Peter Köln „fo(u)r saxophones“

IMG_0894Im ersten Lunchkonzert in der Kunststation Sankt Peter spielte das Orkan Quartett im sehr gut besuchten Kirchenraum ein Programm mit Kompositionen von Dominik Susteck, Alexandros Markeas und Robin Hoffmann.

Die dynamische Inszenierung der „Spiegelbild“ von Susteck erzeugt ein räumliches Klangerlebnis im komplexen tonlich-rhythmischen Dialog zwischen Alt- und Basssaxophon, gespielt von Eloy Quintela Esteve und Patrick Gicquel. Die perkussiven Tongruppen, erst hin- und hergeworfen, wogen in Viertel- und Halbtönen aufwärts, gipfeln in einem Perpetuum Mobile und ebben in Klickgeräuschen ab.

In „Engrenages“ von Markeas fügte sich das Quartett, nun mit Vincent Haïssaguerre (Sopransaxophon) und Lois Alén Gonzales (Tenorsaxophon) als homophone und energetische Gruppe zusammen. Die schnellen, vitalen Tonwechsel im Blocksatz werden mehr und mehr durch eigenständige Phrasen aufgebrochen und führen mit lyrischen Solopassagen der vier Musiker in einen kurzen Moment der Stille.

„Der blutige Schaffner“ von Hoffmann eröffnet den tonlichen Raum einer Programmmusik, die einige Assoziationen weckt. Die Anspielungen auf die Fahrgeräusche einer Eisenbahn kommen teils deutlich, teils hintergründig zum Tragen. So wirkt die von Melodien durchwobene Komposition transparent und tief. Der wohl stärkste Teil offenbart sich in der zweiten Hälfte, in der mit perkussiven Wind- und Klopfgeräuschen eine polyphone Form entspinnt, die in besonders warme Klänge mündet, die durch das Abnehmen der Mundstücke entsteht.

Mit dem Orkan Quartett erstklassig besetzt, war am vergangenen Samstag ein sehr gelungener Auftakt der wöchentlichen Reihe der „Lunchkonzerte“ zu hören.

Arno Krokenberger